Notfallhilfe Covid19 in Peru

Sr. Mathilde schreibt uns: Am 16. März diesen Jahres erklärte die Peruanische Regierung den Ausnahmezustand für das gesamte Land. Der „Lockdown“ in Peru kam frühzeitig, die Regierung handelte geschlossen und kommunizierte transparent. Und dennoch gehört Peru zu den Ländern mit der höchsten Todesrate an Covid19 Patienten in Südamerika. Die Regierung kann nicht jahrzehntelange Defizite im peruanischen Gesundheitssystem innerhalb von wenigen Wochen kompensieren. Die Menschen, die in diesen Tagen in Peru an Covid19 sterben, haben sich angesteckt, als bereits eine strenge Ausgangssperre galt.

In der Coronakrise erleben viele Menschen des südamerikanischen Landes eine finanzielle Katastrophe. Viele PeruanerInnen sind im ambulanten Handel oder in selbständiger Arbeit tätig. Sie haben durch die verordnete obligatorische soziale Isolation kein Einkommen. So auch in Limas Stadtteil San Martin de Porres, wo einige Hiltruper Missionsschwestern leben und arbeiten. Dort wo die Straßen der Stadt bereits staubig und bergig sind, leben arme Menschen in beengten und qualitativ schlechten Wohnräumen. Oft leben ganze Familien in nur einem Raum. Schwester Mathilde sagt: „In dieser Situation ist Isolation für Erwachsene unmöglich, und noch mehr für Kinder, die am stärksten gefährdet sind. Diese Situation führt auch zu mehr Gewalt in den Familien.“

Mit der Schließung der Schulen fällt auch die tägliche Schulspeisung aus. Auch Regierungsprogramme zur Unterstützung der Ernährung von Kindern aus armen Familien sind inzwischen geschlossen. So auch das Programm „Vaso de leche“ (dt. Glas Milch), das normalerweise armen Familien beim Frühstück zu Gute kommt. Die Gemeinde verteilt weiterhin Lebensmittel an die Familien. Normalerweise können mehrere Familien gemeinsam in Suppenküchen kochen. Aber auch dies ist auf Grund der anhaltenden Ausgangssperre nicht mehr möglich.

In der Region San Martin de Porres ist der Gesundheitszustand der Kinder prekär. Viele leiden an chronischer Fehl- und Unterernährung. Die Ärmsten müssen arbeiten, um zu essen. Trotzdem forderte der peruanische Präsident Martin Vizcarra von der Polizei eine Geldstrafe für diejenigen, die die Quarantäne brechen. Sr. Mathilde kommentiert: „In dieser schwierigen Situation müssen viele Menschen entscheiden, ob sie am Virus sterben oder am Hunger. In diesem kritischen Moment der Coronavirus-Pandemie in Peru zählen die Schwächsten einfach nicht.“ Da es keine genauen Zahlen durch Volkszählungen oder andere soziale Instrumente gibt, bleiben sie unsichtbar. Die Dimension der Katastrophe kann nicht bemessen werden. „Sie haben keinen Namen, sie haben kein Gesicht, sie haben nichts.“

Das Notfallhilfeprojekt hat diese wesentlichen Stoßrichtungen:

  • Die monatliche Lieferung von Lebensmitteln, Hygienesets, Medikamenten und anderen notwendigen Gegenständen für schutzbedürftige Familien nach Hause.
  • Soziale und medizinische Begleitung von Covid19-Fällen.
  • Schulung und Orientierungshilfe für schutzbedürftige Familien in Gesundheitsfragen.
  • Organisatorische Hilfe und Verwaltung von anderen Formen der Unterstützung durch weitere Institutionen.

Wir bitten um Hilfe in diesen Zeiten der Not.

Stiftung der Missionsschwestern Hiltrup
Verwendungszweck:Notfallhilfe Covid19 in Peru

DKM Darlehnskasse Münster eG
IBAN: DE98 4006 0265 0030 7774 00
BIC: GENODEM1DKM

DANKE!

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