Australische Provinz

Als die Schwestern Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Australische Provinz gründen, wollen sie zunächst nur für ihre Mitschwestern aus Papua-Neuguinea einen Ort der Ruhe und Erholung schaffen. Doch dabei bleibt es nicht: Weil sich viele junge Frauen von der neuen Gemeinschaft angezogen fühlen und eintreten, werden die Aufgaben schnell vielfältiger. Schon bald arbeiten die Schwestern in Krankenhäusern, Grundschulen und Altenheimen.

Australien ist ein Einwanderungsland. Viele Menschen kamen und kommen, um hier ihre Wünsche und Träume zu leben. Fast ein Viertel der rund 20 Millionen Australier sind nicht in „down under“ geboren. Entsprechend groß ist die Sprachenvielfalt: Über 200 verschiedene Sprachen werden in diesem multikulturellen Land gesprochen. Auch wenn der Lebensstandard der Australier mit dem der westlichen Welt vergleichbar ist, leben rund zwei Millionen Menschen an der Armutsgrenze, sind obdach- oder arbeitslos. Und die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander.

Die Schwestern in unserer Australischen Provinz nehmen eine Fülle von Aufgaben wahr: Sie unterrichten Immigranten, sorgen für Behinderte, betreuen Arme und Randgruppen und unterstützen die Aborigines. Diese Ureinwohner Australiens leben seit mindestens 50.000 bis 60.000 Jahren auf dem Kontinent; ihre Kultur ist eine der ältesten der Welt. Doch als die Briten Australien kolonisieren, wird das Land als terra nullus deklariert, also als unbewohntes Gebiet. Damit verlieren die Aborigines den Rechtsanspruch auf ihr Land. Auch von den Wahlen sind sie vorerst ausgeschlossen. Erst 1965 erhalten sie das Wahlrecht und elf Jahre später, 1976, werden ihnen Landrechte zugesprochen. Die Aussöhnung mit den Ureinwohnern ist – auch für unsere Schwestern – eine bleibende Aufgabe in Australien.

189 Whitehorse Road
P.O. Box 295
Balwyn Vic. 3103

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