Guatemala

Guatemala liegt in Zentralamerika und besticht durch seine atemberaubenden landschaftlichen Gegensätze: Tropischer Regenwald geht in das Hochland mit Vulkanen bis zu 4.220 Höhe über, der schmale Küstenstreifen am Pazifik wiederum ist besonderes fruchtbar und geprägt durch ein feuchttropisches Klima. Berühmt ist Guatemala für die hoch entwickelte Kultur der Maya. Heute legen unzählige Maya-Ruinen Zeugnis von der beeindruckenden indianischen Geschichte ab.

Nach Jahrhunderte währender Kolonialisierung durch die Spanier erlangt Guatemala im Jahre 1841 seine Unabhängigkeit. In den folgenden Jahrzehnten beginnt die wirtschaftliche Modernisierung des Landes. Die vorsichtige Demokratisierung und Reformierung des Landes wird Mitte des 20. Jahrhundert durch die CIA unterbunden. Von 1960 bis 1996 herrscht in Guatemala ein blutiger Bürgerkrieg, der mehr als 200.000 Menschen das Leben kostet und über eine Million Guatemalteken zu Flüchtlingen macht. Dieser Krieg trifft vor allem die indigene Bevölkerung. Ganze Landstriche werden bombardiert und dem Erdboden gleichgemacht.

Heute ist Guatemala zwar ein demokratisches Land mit einem Mehr-Parteien-System, doch das Vertrauen der Menschen in das staatliche Rechtssystem ist besonders bei der indianischen Bevölkerung gering. Die fehlende Infrastruktur auf dem Land hat eine hohe Analphabetenrate zur Folge: 30 Prozent der jungen Guatemalteken zwischen 15 bis 24 Jahren können weder lesen noch schreiben, bei den Jugendlichen der Mayavölker ist die Rate mit 60 Prozent noch einmal doppelt so hoch.

Seit 1995 leben und arbeiten Schwestern unserer Ordensgemeinschaft in Guatemala. Sie nehmen sich der Probleme des Landes an: Unsere Schwestern leiten unter anderem eine Kindertagesstätte, unterstützen junge Mütter bei der Erziehung ihrer Kinder, unterrichten Jugendliche, bilden Katecheten aus und betreuen alte Menschen.