Peru

Das heutige Peru ist die Zentralregion der bekanntesten südamerikanischen Kultur: Die Inka hatten in der Zeit von 1200 bis 1532 aufgrund ihrer militärischen und organisatorischen Fähigkeiten ein riesiges Reich geschaffen. Heute kann man in Peru noch an vielen Stätten die Spuren der Inka bewundern: So zum Beispiel in Machu Picchu, in einer Stadtanlage der Inka auf fast 2400 Metern Höhe. Sie gehört seit 1983 zum Weltkulturerbe. Diese geheimnisumwitterte Stadt blieb von den Spaniern unentdeckt, als sie bei ihrer blutigen Jagd nach Gold die Zerstörung der Inka-Hochkultur einleiteten.

Peru ist ein an Bodenschätzen reiches Land, doch seine Menschen sind arm. Gold und Kupfer werden nicht von einheimischen Firmen abgebaut, sondern von internationalen Konsortien ausgebeutet und exportiert. Ein großes Problem ist die Landflucht. Rund ein Drittel der Bevölkerung Perus wohnt heute in und um die Hauptstadt Lima. Die Mehrzahl der überwiegend indigenen Bevölkerung lebt unterhalb bzw. am Rande der Armutsgrenze.

Als die ersten Schwestern im Jahre 1938 in Lima eintreffen, übernehmen sie die Leitung eines Erholungsheimes für Kinder, arbeiten in Schulen und bauen Arbeiterhospitäler auf. Die Theologie der Befreiung, die zum ersten Mal 1968 auf der Generalversammlung des Lateinamerikanischen Episkopats in Medellin (Kolumbien) formuliert wird, gibt auch unseren Schwestern entscheidende Impulse: Die „Option für die Armen“ ist die theologische Antwort auf die krassen sozialen Ungerechtigkeiten, und sie ist kein bloßes Lippenbekenntnis: Unsere Schwestern leben mit den Menschen in den riesigen Armenvierteln Limas sowie in den abgelegenen Gebieten des Hochgebirges und des Urwaldes. Durch ihre Arbeit mitten unter den Menschen wollen sie eine Gemeinschaft bezeugen, die von Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Solidarität getragen ist.

Ein Zeichen für eine neue Form des Miteinanders, die keine Grenzen kennt, setzt auch das Noviziat in Peru: Hier bereiten sich junge Frauen aus Peru, El Salvador, Paraguay, Mexiko, der Dominikanischen Republik und Guatemala gemeinsam auf ihr Leben als „Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu“ vor.

J.J.Pasos 517
Apt. Postal 210077
Lima 21