Tagesstätte für Kinder und Wohneinrichtung für Frauen

In der Provinz Papua Neuguinea (PNG) leisten die Schwestern seit knapp einem Jahr mit einem Wohnheim für junge Frauen und einer angegliederten Tageseinrichtung für 30 Kinder in der Stadt Port Moresby wieder einen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation gerade der Schwächsten.

Schwester Hubertine Babe ist seit den ersten Plänen von 2009 mit dem Projekt eng verbunden und durch die Provinzleiterin Sr. Dorothy Patiu inzwischen zur Leiterin der Einrichtung ernannt worden. Sie berichtet: „Es besteht ein großer Bedarf an erschwinglichem und sicherem Wohnraum für allein stehende Frauen, die zum Studium oder zur Arbeit in die Stadt kommen“. Immer wieder sei zu beobachten, dass die Frauen versuchen, bei Verwandten unterzukommen und in den meist überfüllten Wohnungen dann emotionaler oder auch körperlicher Gewalt ausgesetzt seien. „Unsere sichere und beschützende Wohneinrichtung bietet Frauen eine einfache, aber gemütliche Atmosphäre in gemeinschaftlicher Umgebung“.

Doch nicht allein Unterkunft will das Projekt der Hiltruper Missionarinnen bieten. „Wir sehen zunehmend die Notwendigkeit, den Frauen ein Lebenskompetenztraining zu geben“, damit möchten die Schwestern den langsam wachsenden Einfluss von Frauen auf das gesellschaftliche Leben in Papua Neuguinea stärken. „Gerade die Armen und Benachteiligten, aber vor allem auch Frauen und Kinder, stehen besonders im Fokus unserer katholischen Kirche hier“, zitiert Sr. Hubertine aus dem Nationalen Pastoralplan der Bischöfe von Papua Neuguinea und der Salomon-Inseln: „Als Kirche sind wir verpflichtet, uns einzusetzen zur Befähigung der Menschen in Richtung zu mehr Selbstständigkeit, zur Gewährleistung gerechter Arbeitsbedingungen und Chancen und die Achtung der Rechte von allen, besonders aber von Frauen und Kindern“.

Das Wohnheim bietet übrigens auch Räume für sieben studierende MSC-Schwestern, die ebenfalls Angebote für Mütter und Kinder betreuen. Von dem  neuen Projekt im Stadtteil Gerehu profitieren nicht allein die 40 Frauen, die hier ein Stück Heimat in der Fremde gefunden haben, sondern auch 30 Kinder bis zum  Vorschulalter, die Schutz und Förderung erleben.

Sr. Gabriella mit einer speziellen Ausbildung für frühkindliche Entwicklung, Sr. Theclar als Gesundheitsfürsorgerin und Sr. Bernadette Vitus gehören mit zum Team, das sich um die ganzheitliche Entwicklung der ihnen anvertrauten Menschen bemüht. „Wenn wir junge Frauen dabei unterstützen können, sich trotz des täglichen Existenzkampfes weiterzubilden, eine Arbeit aufzunehmen und vor allem an einem Netzwerk von Frauen unterschiedlichster Herkunft zum Wohle der lokalen Gesellschaft mit zu bauen, dann hat dieses Gesamtprojekt den erwünschten nachhaltigen Nutzen “, ist die Leiterin des Wohnheims und der Tageseinrichtung, Sr. Hubertine, überzeugt.

Menschen ein Leben in Sicherheit und Würde mit Zukunftsaussichten zur ermöglichen – wie und wo könnte man Arbeitskraft und Engagement, Gebet und Geld besser einsetzen?

Info PNG - Land der Gegensätze: