Schwester Gabriele

Angenommen sein, wie ich bin

Ich habe viele Jahre in einem Kinderheim gearbeitet. Seit einiger Zeit bin ich nun in einem Altenheim tätig, morgens auf der Station, nachmittags in der Cafeteria. Bei allen Begegnungen mit den Menschen, steht für mich immer eine Frage im Mittelpunkt: Was braucht der Mensch in diesem Moment? Kann ich etwas für ihn tun, damit es ihm gut geht? Manchmal kann das heißen, das Essen zu reichen, den Tisch zu decken oder für Blumenschmuck zu sorgen. Manchmal kann das ein Gespräch über Sorgen und Nöte, über Ängste und Freuden sein. Die Menschen sollen bei uns das Gefühl bekommen: „Hier werde ich so angenommen, wie ich bin. Wenn ich mich freue, ist jemand da, mit dem ich die Freude teilen kann. Und wenn ich traurig bin, ist jemand an meiner Seite, der mich wieder aufrichtet.“ Dann kann für sie ein Zuhause entstehen und eine Gemeinschaft in der sie sich geborgen fühlen.

Sr. Gabriele, Altenpflegeheim St. Raphael in Bergisch Gladbach.