Schwester Martina

Gottes Herz in der Welt sein: Darin sehe ich meinen Ruf und meine Berufung. Was heißt das konkret? Für mich ist es wichtig, mit und unter den Menschen meines Stadtteils zu leben, ein Ohr und ein Herz für sie zu haben. Dadurch lerne ich ihre Nöte und Sorgen kennen. Manchmal können wir ganz praktisch helfen, zum Beispiel wenn es an Kleidung und Lebensmitteln mangelt; manchmal hilft Zuhören und Anteilnehmen weiter.

Die Menschen hier in meinem Stadtteil kommen aus verschiedenen Nationen und Kulturen. Das gegenseitige Kennenlernen fördern und Verbindungen schaffen, unterstütze ich an unterschiedlichen Orten und bei vielen Gelegenheiten: in der Kirche bei Gottesdiensten, im Kindergarten bei der religionspädagogischen Arbeit oder in Grundschulen bei Seelsorgestunden.

In den vergangenen Jahren sind viele Schwarzafrikaner und Tamilen in den Stadtteil gezogen. Sie sind hier die „Fremden“, und ihnen gilt meine besondere Sensibilität. Das liegt sicher mit daran, dass ich selbst ein halbes Jahr als „Fremde“ in Namibia gelebt habe. Diese Menschen brauchen unsere Unterstützung und ganz besonders unsere Stimme, weil sie sich oft nur mühsam in der deutschen Sprache ausdrücken können; weil sie mit Behördengängen überfordert sind; und, was am Schwersten ist: weil sie von Abschiebung bedroht sind.

Sr. Martina, msc, Pastoral- und Stadtteilarbeit in Duisburg-Hochfeld.

sr.martina.msc@gmx.de

Sr. Martina, Gemeindereferentin
Welche Aufgaben haben Ordensfrauen im Alltag einer Pfarrei? Was bedeutet Sozialpastoral? Wie sieht Pastoral an der Basis aus? Das Video zeigt den Alltag von Sr. Martina als Ordensfrau und Seelsorgerin.