Mission

Heutiges Missionsverständnis - Hanni Rolfes MSC

Zu den Grunddaten christlichen Glaubens gehört die missionarische Ausrichtung, auf die wir als Christen nicht verzichten können, ohne uns damit selbst aufzugeben.

Mission ist eine Lebensäußerung der Kiche, wo immer sie sich auf der Welt befindet, und der Auftrag, “Salz der Erde” und “Licht der Welt” (Mt. 5,13 ff) zu sein, gilt sowohl für die Glaubenden als auch für die Glaubensgemeinschaft. Von ihrem Ursprung her ist die christliche Glaubensgemeinschaft von einer Vision geleitet, die alle Menschen im Blick hat. Im Sendungsauftrag des Auferstandenen an die Jünger, “Zeugen zu sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien, bis an die Grenzen der Erde” (Apg 1,8), findet diese Vision ihren Niederschlag. Den Menschen vor Ort gilt Gottes befreiende Botschaft, aber nicht nur ihnen. Das Evangelium richtet sich an alle Menschen, lädt alle ein. Mission ist deshalb interkontinental und interkulturell. Diese Vision wird vom Glauben bestimmt und ist darin begründet, dass ein Leben im Geiste Jesu Zukunft hat, die nicht nur allen Menschen offen steht, sondern zugleich eine Perspektive eröffnet, die “Leben in Fülle” (Joh 10,10) verspricht.

 

Das Verständnis von Mission im Leben einzelner MSC-Schwestern

Mis­si­on in un­se­rem ge­gen­wär­ti­gen Ver­ständ­nis re­spek­tiert nicht nur das An­ders­sein des An­de­ren, son­dern lässt sich von ihm auch be­rei­chern. Mis­si­on ist für uns heu­te nicht mehr ei­ne Fra­ge der Geo­gra­phie, son­dern sie ist Kon­ti­nen­te um­span­nend und fin­det übe­rall dort statt, wo Men­schen durch ihr Le­ben ein Glau­bens­zeug­nis ab­le­gen — of­fen, ehr­lich, au­then­tisch und lern­be­reit. Das kann in Pe­ru, Na­mi­bia, Ko­rea, Pa­pua Neu Gui­nea oder auf den Phi­l­ip­pi­nen sein eben­so wie in Müns­ter, Duis­burg und Ham­burg.

Ein Herz-Eine Welt-Eine Mission
Mein Wunsch war es als Missionsschwester nach Papua Neuguinea zu gehen. Es kam alles anders. Ich war in meiner internationalen Verfügbarkeit angefragt und bIn dann in Spanien gelandet. Dort habe ich 38 Jahre lang gut und gerne mit den 8-9 Mitschwestern, die aus Deutschland, Spanien und Peru kamen, gelebt und in der Sozialpastoral gewirkt. Dieser kleine Distrikt Spanien hat sich immer int. Herausforderungen gestellt in der Generalleitung und anderes. Nach der Gründung von Kommunitäten in Guatemala und El Salvador, hat sich der Distrikt erweitert mit Mitschwestern von dort. Für mich ging es nach Deutschland zurück. Hier habe ich die Arbeit der Sozialpastoral mit Randgruppen und Migranten wieder aufgenommen, erst in Recklinghausen und jetzt lebe ich in Hiltrup. Sr. Henrita Sicking, msc

Leben in deutscher Kommunität
Vor vielen Jahren bin ich hier in Hiltrup aus Indien kommend in die Ordensgemeinschaft eingetreten und habe hier, inklusive des Noviziates und Juniorates 10 Jahre gelebt. Dann bin ich zum Aufbau unseres Distriktes Indien nach Bangalore zurückgekehrt für 33 Jahre. Der Distrikt ist jetzt recht selbständig mit den vielen jungen Mitgliedern. Seit einigen Jahren bin ich wieder in Hiltrup, das mir zur zweiten Heimat geworden ist. Hier arbeite ich an der Pforte des Mutterhauses. Ich trage von Lebensumständen und Kultur zwei sehr unterschiedliche Realitäten in meinem Herzen, die Realität aus Indien und Deutschland. Die Wertschätzung beider Kulturen und das Bewusstsein meiner eigenen kulturellen Prägung ist mir ein Herzensanliegen. Sr. Bernarda Pouly Thattil, msc

Mein Leben mit Menschen einer anderen Kultur teilen
Ich komme gebürtig aus Papua Neuguinea und habe dort Sozialarbeit studiert. Ich möchte die missionarische Arbeit in Deutschland und weltweit fördern.
Ich bin motiviert meinen Glauben und mein Leben mit Menschen einer anderen Kultur zu teilen. Deshalb bin ich auch Missionsschwester geworden. Die Werte und Fragen meines eigenen Kulturkreises haben mich immer beschäftigt. Dieses Interesse hat mich auch bewogen, die eigenen Landesgrenzen zu überschreiten und mich auf neue Lernerfahrungen einzulassen. Durch mein Dasein möchte ich den Menschen meine Heimat und meine Kultur näherbringen. Ich habe mich gefreut, dass vor zwei Jahren Missio für seine jährliche Kampagne mein Heimatland gewählt hat. So konnte ich mit den Besuchern aus Papua Neuguinea  in die Gemeinden gehen und erleben, was die Leute interessiert. Es war natürlich auch sehr schön meine Leute aus Papua Neuguinea vor zwei Jahren hier in Deutschland zu treffen, meine sogenannten 'Wantoks', die meine Sprache haben-nämlich das Pidgin English und von meinem Stamm sind.
Seit drei Jahren bin ich jetzt in Deutschland. Ich habe zuerst 10 Monate lang die Sprachschule besucht und dann die Ausbildung als Pastoralreferentin hier in Münster angefangen. Brücken des Dialogs zwischen den Kulturen zu bauen und lernen auf beiden Seiten, ist mir eine ständige Herausforderung. Sr. Stephani Pandur, msc

Jesus willkommen heißen in (m)einer Welt
Aus dem Bundesstaat Tamil Nadu in Indien kommend, habe ich auch als Sozialarbeiterin mit Frauen und ihren Familien insbesondere im Krankenhaus gearbeitet. Seit 4 Jahren bin ich jetzt hier in Deutschland. Nach fast 1 Jahr Sprachschule, habe ich ein Praktikum in der Krankenpflege gemacht und bin seither in der Ausbildung zur Krankenschwester. Dieser Beruf hat mich immer schon interessiert. Mein Studium der Sozialarbeit ist hier nicht anerkannt und so bin ich gezwungen eine neue Ausbildung zu machen.
Vieles ist neu und mir noch sehr fremd hier. Ich bin ständig dabei mich neu einzustellen und einzustimmen auf das ganze medizinische Vokabular, auf andere Sitten und Gebräuche.  
In meiner Familie und in meinem Dorf in Indien hatte Advent eine ganz besondere Bedeutung. Wir lernten uns selbst auf Weihnachten vorzubereiten. Mit einem Herz aus Fleisch, einem 'warmen' Herzen Jesus willkommen zu heißen in 'meiner Welt' und den oder die Nächste besonders zu sehen. Weil den Nächsten oder die Nächste zu sehen auch über den eigenen Bekanntheitsgrad hinausgeht, bin ich Missionsschwester vom Heiligsten Herzen Jesu geworden. Sr. Britto Antony Samy, msc

Willkommen heißen und unterstützen von internationalen Begegnungen
Ich nehme teil an der Mission Gottes am Gründungsort unserer internationalen Ordensgemeinschaft. Gott ist es der sendet und so habe ich in Deutschland "die Stellung gehalten" und die Gemeinschaft und ihre Sendung dort gefördert. Gerne heiße ich unsere Mitschwestern aus aller Welt willkommen. Ich verständige mich mehr mit Herzlichkeit, denn mit der Kenntnis all der verschiedenen Sprachen die sie sprechen - koreanisch, spanisch, englisch und was sonst nicht alles. Aber das tue ich sehr gerne.  Auf diese Weise nehme ich teil an entscheidenden Treffen der int. Gemeinschaft, die Einfluß haben auf unser Ordensleben, wo immer in der Welt wir es führen. Sr. Margret Grauthoff, msc

Lernen, die Perspektive zu wechseln
Aus Deutschland kommend bin Mitschwester in der internationalen Kommunität in Gievenbeck und unterstütze in meiner Arbeit das MSC-Welthaus Hiltrup. Indem ich bei Veranstaltungen unserer solidarischen und missionarischen Arbeit in Hiltrup mitwirke, lerne und fördere ich (m)ein Bewußtsein für das Leben in der Einen Welt und Weltkirche. Im Welthaus wie in der internationalen Kommunität sehe ich mich immer wieder herausgefordert einen
Perspektivenwechsel vorzunehmen und die Welt mehr vom Standpunkt der anderen sehen zu lernen und so mit unterwegs zu sein für eine gerechtere Welt. Sr. Barbara Muthen, msc

"Wir sind für die Missionsarbeit im wahrsten Sinne des Wortes geschickt: in uns selbst, im In- und Ausland, in den Industrieländern. . .
überall dort, wo wir sind oder wo der Gehorsam uns hin ruft."
- Hubert Linckens MSC -

 

.. solidarity and collaboration… 연대와협력Solidaridad y colaboración…

Ein neuer Ansatz von Mission heute -  das MSC-Welthaus Hiltrup.

Verschiedene  Aktivitäten finden im MSC-Welthaus statt, und wir arbeiten hart und fest an Angeboten und Treffpunkten zu Solidarität und Zusammenarbeit.

Dort wo die Missionsarbeit des Ordens ihren Ausgang nahm, - nah am Mutterhaus der Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu  (MSC) –ist nun im Garten ein neuer Ort der Begegnung entstanden. „Das Haus hat eine Brückenfunktion“, so Schwester Annette, die gemeinsam mit der Missionstheologin Anna Murböck Ideen und Programme entwickelt hat, die nach dem Umbau des alten „Haus Prisca“ dort neues Leben versprechen.

Denn gingen einst die Schwestern von Hiltrup aus in alle Welt, um die Liebe des Herzens Jesu in Taten umzusetzen und für Bildung, Gesundheit, Chancengleichheit und den Glauben zu arbeiten, so ist heute die Welt längst zu ihnen gekommen.  „Über einen neuen missionarischen Ansatz  wollen wir junge Menschen direkt ansprechen und über geeignete Maßnahmen und Projekte einen Weg aufzeigen, auf dem für sie die Sinnfrage im Lichte des Glaubens attraktiv wird. Wir haben das Ziel, dass die Spiritualität unserer Gemeinschaft in einem `anderen Gewand´  in Deutschland weiterleben kann.

Unsere Idee für dieses Welthaus war und ist, dass  Menschen aller Nationen, die in Münster und Umgebung zusammen leben, aber auch aller Generationen und Kulturen miteinander ins Gespräch kommen!“.  Hier ist Raum für Begegnung, für gemeinsames Tun, für Lernen und Austausch.  Hier kann die Welt `zu Gast sein bei Freunden´, so sagt Sr. Annette, Missionsbeauftragte der deutschen Provinz des Ordens.

Nachdem sich 2008 das Provinzkapitel des Ordens mit der künftigen Ausrichtung der Gemeinschaft in Deutschland beschäftigt hatte, war rasch das Thema „Mission heute“ in den Blick geraten. Dass man dafür durchaus nicht nur nach Afrika oder Asien fahren muss, sondern dass ganz konkret, vor der Haustür so zu sagen, gelebte Internationalität und Solidarität möglich und vor allem nötig sind, war eines der Diskussionsergebnisse. Für die betroffenen Kinder bedeutet Armut auch hier in Deutschland schlechtere Chancen auf Bildung und Gesundheit, auf Teilhabe an sozialen und kulturellen Aktivitäten sowie auf ein entwicklungsförderndes und ausgeglichenes Familienleben. Das fordert uns heraus und im MSC-Welthaus Hiltrup werden wir konkret das Miteinander von Menschen unterschiedlichster Herkunft fördern und am Ort lebenden Gruppen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Raum  für (Fort)Bildung und Zusammenarbeit bereit stellen.  

Ganz konkret ging es im Januar 2010 los, als die Bauarbeiten abgeschlossen waren. Seit der Zeit stehen ein großer Saal mit rund 100 Sitzplätzen, ein Meditations- und mehrere Gruppenräume sowie eine Küche zur Verfügung: Beste Voraussetzungen also für Tagesveranstaltungen aller Art. „Wir laden zum Beispiel Schulen oder Pfarrgemeinden ein, hier ,Inseltage‘  zu verleben“, so Sr. Annette.  Doch auch Raum für bestehende Gruppen wird angeboten, ebenso offene Treffs, die Möglichkeiten zum Anschluss-Finden bieten.

"Ganz besonders liegt uns Missionsschwestern die Arbeit mit der jüngeren Generation am Herzen. So Bildungs- und Kursarbeit auch schon mit Grundschülern, interkulturelle Kreativwerkstätten mit Angeboten aus der Theater- und Kulturpädagogik und nicht zuletzt die Vorbereitung und Begleitung der „Missionare auf Zeit“, also junger Menschen, die einen  freiwilligen Auslands-Einsatz absolvieren.  „Hier ist eine Kontaktstelle zwischen jenen, die eine solche Aufgabe bereits erlebt haben und jenen, denen sie davon berichten und dafür begeistern können“, sieht Schwester Annette, was das MSC-Welthaus an Dialogen ermöglichen kann. Und sie fährt fort,

„Mit dem MSC-Welthaus bieten sich neue Chancen der Kooperation mit anderen Gruppen  und Organisationen, die uns eine Zusammenarbeit angekündigt haben. Zwei mit denen wir jetzt  aktiv tätig sind, möchte ich schon namentlich benennen, so die Steyler Missionsschwestern im Begleitkonzept der MaZ (MissionarInnen auf Zeit) und die Arbeitsgemeinschaft Eine - Welt - Gruppen im Bistum Münster und in der Evangelischen Kirche von Westfalen, mit denen wir religiöse und kulturelle Projekte und  Workshops planen  und realisieren.“

Um die Grundidee weiterzuführen, um Potenziale und Chancen zu nutzen, die der Aus- und Umbau des Hauses bereitstellt, sind neben den engagierten Mitschwestern „Weggefährten, Suchende, Begegnungsfreudige und Neugierige willkommen“, so laden die Missionsschwestern zum Mittun ein. Vor allem aber brauchen sie „Weltverbesserer“ an ihrer Seite:  Menschen, die sich mit Ungerechtigkeiten und scheinbar fehlenden Alternativen nicht zufrieden geben, die sich – wie die Hiltruper Missionsschwestern – von der brennenden Liebe des Herzens  Jesu angefeuert wissen, am je eigenen Platz etwas für eine gerechtere und solidarischere Welt zu tun.

Mit dem künftigen MSC-Welthaus bieten sich neue Chancen und zeitgemäße Möglichkeiten.

„Je mehr Menschen hier auf Dialog und Verständigung zwischen Kulturen und Generationen setzen, desto deutlicher wird, was  ‚Mission heute’  bedeutet“, freuen sich alle Beteiligten mit Schwester Annette über den Startschuss für dieses neue Kapitel in der Ordensgeschichte. Eines, das vielversprechend ist…Heike Hänscheid

 

Verleihung des Heinrich-Brauns-Preises 2015

Mit dem Heinrich-Brauns-Preis ehrt das Bistum Essen alle zwei Jahre Persönlichkeiten, die sich um die Katholische Soziallehre und die christlich-soziale Bewegung verdient gemacht haben.

In einer Feierstunde hat Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck am 20. Mai 2015 in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim die Preise an den langjährigen Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland sowie an Schwester Martina Paul MSC und Klaus Peter Bongardt (Caritasverband Duisburg), die stellvertretend für das Sozialzentrum St. Peter die Auszeichnung entgegen genommen haben, überreicht. Die Laudatio hielt der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück.

Der 1978 von Kardinal Franz Hengsbach gestiftete Preis erinnert an den Priester und Sozialpolitiker Heinrich Brauns (1868-1939), der als Seelsorger in Essen-Borbeck gewirkt und später als Reichsarbeitsminister (1920-1928) die deutsche Sozialpolitik geprägt hat. Das Sozialzentrum St. Peter ein Gemeinschaftsprojekt der Duisburger Pfarrei Liebfrauen und des Caritasverbandes erhielt den Preis sowie Dr. h.c. Nikolaus Schneider, der auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Dresden als deren Ratsvorsitzender verabschiedet wurde. (mehr lesen - siehe Anlage)

 

"Anders sein. Außenseiter in der Geschichte“

Ein Beitrag im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten 2014/15

„Möchte mithelfen an der Bekehrung der armen Heidenkinder und dadurch meine eigene Seele retten“:

Eine Novelle von Marta Menninghaus

Über die Mission der Schwestern vom Heiligsten Herzen Jesu von Hiltrup im Papua Neuguinea der Kolonialzeit, eine große Vision, sehr unterschiedliche Weltsichten, vielschichtige Facetten des „Anders seins“ und über eine schreckliche Tragödie.

So begann alles am 13.November 2014

Sehr geehrte Hiltruper Missionsschwestern,
mein Name ist Marta Menninghaus, ich bin 13 Jahre alt und würde mich sehr gerne mit Ihnen treffen. Anlässlich des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten „Anders sein. Außenseiter in der Geschichte“ möchte ich meine Arbeit den Missionsschwestern widmen, die 1904 im Bismarck Archipel ermordet wurden.
Es ist schon über 100 Jahre her, dass sich 10 von euch Ordensschwestern auf den Weg gemacht haben, euren Glauben, Religion und Unterstützung in die Welt zu tragen. Sie starben aufgrund eines tragischen Mordes.
Mit Gelassenheit und Mut haben sie das getan, über diese faszinierende Gelassenheit und diesen heldenhaften Mut möchte ich schreiben.
Es würde mich sehr freuen wenn Sie mir antworten würden.
Mit freundlichen Grüßen,

Marta Menninghaus.

.... heute hat Marta ganze 63 Seiten geschrieben, ihre Arbeit wurde von der Schule, dem Annette-von-Droste-Hülshoff Gymnasium schon mit eins plus Sternchen bewertet, die Arbeit wurde im Rathaus Münster ausgestellt, sie steht auf der Liste der ersten drei Plätze für den Wettbewerb des Landes Nordrhein Westfalen. Im November steht die Auswahl für den Bundeswettbewerb an.

Eines ist sicher, die Arbeit ist ganz hervorragend und total interessant geschrieben. Wir Missionsschwestern freuen uns sehr über das starke Engagement von Marta, all das Studieren der Briefe und Dokumente des Archivs. Und dann dieses Talent des interessanten Schreibens. Vielen Dank, Marta! Unseren Wettbewerb und unsere Herzen hast Du schon gewonnen!!

Hier eine Leseprobe, bis die ganze Arbeit veröffentlicht werden kann:

"Der Fleck ist grau.

Der Fleck ist schön. Um diesen Fleck laufen Füße, Füße kreuz und quer durcheinander. Sie sind allesamt verschieden und trotzdem gehören sie hierher. Sie gehören zum Fleck. Falls ihr euch jetzt wundert, euch fragt, warum ich einen Fleck beschreibe, dann hört gut zu. Bleibt und lest diese Geschichte. Denn dieser Fleck ist nichts Weiteres als Asphalt.

Ich weiß nicht genau wie er mir aufgefallen ist, er war einfach da. Ein Stück Asphalt, ein Fleck, auf dem keine Menschen laufen. In Anbetracht der Tatsache, dass ich auf einem stark belebten Bahnhof stehe ist es schon merkwürdig, denn es scheint so als würden die Menschen den Fleck meiden. Damit ihr euch diesen Fleck besser vorstellen könnt, versuche ich ihn jetzt zu beschreiben. Wobei es gar nicht mal viel zu beschreiben gibt. Der Fleck ist in etwa so groß wie ein Fahrradreifen. Entschuldigt die ungenaue Bezeichnung, aber wenn ihr versuchen müsstet einen Fleck zu beschreiben, würdet ihr mich verstehen. Außerdem ist der Fleck rund, aber nicht kreisrund, nicht gleichmäßig rund. Er ist kein Kreis sondern eben ein Fleck.

„Anna! Schwester Anna!!“ Eine Stimme weckt mich aus meinen Tagträumen und ich werde brutal in die Gegenwart zurückgeschleudert. Ich halte Ausschau nach der Person, die mich gerufen hat und sehe Schwester Agnes. „Was gibt es?“ , frage ich sie, noch immer etwas benommen. „Sie hat schon wieder bis zum Hals in ihren Träumen gesteckt, was machen wir nur mit ihr?“ Schwester Agnes blickt zu der Frau die neben ihr steht. Auch sie ist in einen langen schwarzen Mantel gehüllt. Schwester Juliana. „Das hab ich mich auch schon gefragt. Möge der Herr uns helfen“, sagte sie nun und schaute belustigt zu Schwester Agnes. In ihrer Stimme schwingt keine Missgunst mit, sie machte nur Spaß. Trotzdem schaue ich sie gespielt empört an. Die beiden müssen lachen. Ich mag Schwester Agnes und Schwester Juliana. Ich kann mich gut mit ihnen unterhalten, eine Verbindung eingehen. Das mag jetzt vielleicht komisch klingen, aber das ist etwas besonderes für mich. Sie sind etwas Besonderes. „Der Zug fährt gleich ab, beeilt euch lieber. Salzburg lässt man nicht ungestraft warten“, sagt Agnes jetzt. Ein Schauer durchfährt mich. Vorfreude. Abenteuerlust. Oder doch eher Nervosität? Unser Kloster hat uns Musik geschickt, sodass das laute und fröhliche Geräusch von Trompeten zu vernehmen ist. Die Musik gibt mir Entschlossenheit, ich atme einmal tief durch. Dann folge ich Schwester Agnes und Schwester Juliana, welche auf die Anderen zusteuern. Die „Anderen“ sind Schwester Theresia, Schwester Elisabeth, Schwester Clara und Schwester Franziska, unsere von allen geliebte Oberin. Und dann ist da noch Pater Theodor Lotter, unser Direktor des Scholastikats, er betreut die Reise nach Salzburg. Wir stehen in einem Kreis zusammen, unser Gepäck neben uns, alles ist bereit. Von unseren Familien haben wir uns bereits verabschiedet. Ich blicke in die Runde und erkenne, dass sich viele meiner Gefühle in den Augen meiner Mitschwestern wiederspiegeln. Wohin führt diese Reise? „Seid ihr bereit?“, fragt Pater Theodor in die Runde.

Und dann steigen wir in den Zug ein. Noch einmal gucke ich zurück. Zurück zum Fleck. Er ist noch immer da, grau und schön. Und umso weiter wir fahren, desto kleiner wird er."

Missionstage

Jährlich veranstalten wir den MSC-Missionstag mit unseren Mitbrüdern sowie den Laien der Chevalierfamilie und vielen Freunden und Förderern gemeinsam. Wir beginnen mit der Eucharistiefeier in der Kapelle des Mutterhauses. Im Rahmen des Gottesdienstes feiern wir auch die Aussendung unserer jeweils neuen Missionare auf Zeit (MaZ), die danach in verschiedene Länder ausreisen werden. Im Anschluss folgt ein buntes Programm mit vielen Möglichkeiten zu Austausch und Begegnung Anbei einige Eindrücke mit Fotos von den Missionstagen der vergangenen Jahre.

 

MSC-Missionstag

Jährlich veranstalten wir den MSC-Missionstag mit unseren Mitbrüdern sowie den Laien der Chevalierfamilie und vielen Freunden und Förderern gemeinsam.

Wir beginnen mit der Eucharistiefeier in der Kapelle des Mutterhauses. Im Rahmen des Gottesdienstes feiern wir auch die Aussendung unserer jeweils neuen Missionare auf Zeit (MaZ), die danach in verschiedene Länder ausreisen werden.

Im Anschluss folgt ein buntes Programm mit vielen Möglichkeiten zu Austausch und Begegnung

Anbei einige Eindrücke mit Fotos von den Missionstagen der vergangenen Jahre.