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  • Wer wir sind
    Geliebt sei überall das
    Heiligste Herz Jesu - in Ewigkeit
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  • Wer wir sind
    Die Liebe des Herzens Jesu
    umfasst die gesamte Menschheit

Wie wir leben

„Die Liebe des Herzens Jesu umfasst die gesamte Menschheit,
bis zu den Letzten unter uns, bis zum Ende der Zeit,
unabhängig von Staatsangehörigkeit, Hautfarbe und Kultur.
Sie schließt niemand aus.“

H. Linckens, MSC -1913

 

Als Schwestern leben wir zusammen in Gruppen und sind als internationale Gemeinschaft vernetzt. Uns ist es wichtig, Fremdheit nicht auszuweichen, sondern respektvoll mit ihr umzugehen. Sie ist für uns ein Angebot, unsere eigenen Möglichkeiten und Perspektiven zu erweitern. Jede Lebensgruppe unserer Ordensgemeinschaft hat ihr eigenes Profil, geprägt von ihrem jeweiligen Lebenskontext, Arbeitsfeld und kulturellen Umfeld. Trotzdem fühlen wir uns verbunden und vernetzt als Gemeinschaft, getragen von der gemeinsamen Hoffnung, dass unsere Welt beschützt wird von einem liebenden, lebensbejahenden Schöpfer.

Ebenso fühlen wir uns politischen und kirchlichen Gruppen und Organisationen verbunden, die sich für eine Welt einsetzen, in der Menschen nicht benutzt und ihrer Kultur nicht entfremdet werden. Wir fühlen uns mit allen verbunden, die das Recht auf Bildung, auf eine Gesundheitsfürsorge und eine unabhängige Staatenbildung anstreben. Wir fühlen uns denen nah, die Strukturen der Gerechtigkeit schaffen und Friedensarbeit und Versöhnung fördern. Und die damit die Bitte des „Vater unsers“ aufleuchten lassen: Dein Reich komme.

 

Für uns ist eine verbindliche Entscheidung für das Ordensleben immer eine persönliche Antwort auf das Geschenk des von Gott her erfahrenen Rufes.
Wir haben uns bewusst für ein Leben nach den Evangelischen Räten der Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam entschieden und versprechen dies durch die Gelübde am Beginn unseres Ordenslebens.

Ein Leben nach diesen Gelübden hat eine lange Tradition in der Kirche. Für uns stehen heute ihre prophetischen und mystischen Dimensionen im Mittelpunkt. Die Evangelischen Räte helfen uns, in einer intensiven Beziehung mit Gott zu leben und den Menschen um uns herum nah zu sein.

So bedeutet unser Armutsgelübde nicht nur, dass wir einfach leben wollen, sondern auch, dass wir dazu beitragen, dass alle Menschen gut leben können. Wir wollen miteinander teilen und setzen uns für globale, wirtschaftliche und materielle Gerechtigkeit ein.

Im Gelübde des Gehorsams spiegelt sich unsere Überzeugung, verantwortlich miteinander leben zu wollen. Wir suchen im Gebet, in der Begegnung mit Menschen und im Dialog miteinander danach, den Willen und Plan Gottes für uns zu erkennen. Somit stehen immer wieder – gemäß den Zeichen der Zeit – Veränderungen und Neuausrichtungen an.

Wenn wir Ehelosigkeit geloben, dann möchten wir nicht nur auf Ehe, emotionale Nähe und sexuelle Intimität verzichten. Wir möchten unseren Fokus darauf richten, all unsere Beziehungen so zu leben, wie es der menschlichen Würde entspricht. Damit wird unsere Ehelosigkeit zum Ausdruck der Hingabe an Gott und hilft uns, freier zu werden für den Dienst an Menschen, die uns brauchen.

 

Als Missionsschwestern des Heiligsten Herzen Jesu von Hiltrup fühlen wir uns untereinander verbunden. Ebenso mit allen Menschen, die unser Engagement für eine bessere Welt im Geiste Jesu teilen. Im täglichen Leben bemühen wir uns um Gastfreundschaft und eine offene und zugewandte Haltung in allen Begegnungen. Das heißt für uns auch, dass wir die Herausforderung unserer globalisierten Welt für unsere Ordensgemeinschaft annehmen. Die Auseinandersetzung mit Arbeitslosigkeit, dem Zusammenleben mit Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen und der Kampf um Gerechtigkeit sind unser Auftrag in der Welt. Dazu gehört es, sich politisch zu interessieren und sich einzusetzen für angemessene Strukturen.

Wir sind eine internationale Gemeinschaft. Deshalb ist es für uns selbstverständlich, dass wir uns hier in Deutschland für ausländische Frauen und Mädchen engagieren. Uns beschämt es, dass viele ausländische Mitmenschen in unserem Land keinen selbstverständlichen Platz finden und angemessene Arbeit aufnehmen können. Für gesetzliche Entwicklungen sind wir alle mitverantwortlich.

Wir möchten weltweit in Gerechtigkeit und Solidarität und miteinander als Menschen, aber auch als Kinder in Gottes Schöpfung leben. Dazu gehört für uns ebenso das Stärken eines ökologischen Bewusstseins wie das Bemühen um einen nachhaltigen Lebensstil.

 

Gemeinschaften der Hiltruper Missionsschwestern:

Australien, Kiribati, Marshall Inseln, Papua-Neuguinea, China, Indien, Korea, Philippinen, Vietnam, Dominikanische Republik, El Salvador, Guatemala, Peru, USA, Italien, Deutschland, Rumänien, Spanien, Angola, Namibia
 

weltkarte


„Als der Herr sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen,
rief Gott ihm mitten aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose!
Er antwortete: Hier bin ich. Er sagte: Komm nicht näher heran!
Leg deine Schuhe ab, denn der Ort wo du stehst ist heiliger Boden.“

Ex 3,4-5

 

Unser Missionsverständnis

„Wie Jesus Christus durch den Vater in die Welt gesandt wurde, so sind wir durch die Kirche gesandt, den Menschen zu dienen, besonders jenen, die leiden und in Not sind oder deren Rechte missachtet werden. Durch unsere Güte sollen sie erfahren, dass Gott unser Vater ist, der alle Menschen liebt, und der jedem Leben Sinn gibt.“ (MSC-Konstitutionen)

Der Orden der Hiltruper Missionsschwestern wurde um die Wende zum 20. Jahrhundert gegründet, um Frauen zunächst in die Missionen der deutschen Kolonialgebiete in der Südsee zu senden. So brachen die ersten MSC Schwestern schon zwei Jahre nach der Ordensgründung auf in fremde Länder. Niemand wusste, ob und wann sie ihre Heimat wiedersehen würden. Die jungen Frauen waren mutig, neugierig und sicherlich auch abenteuerlustig. Ihr Lebenswandel war für die damalige Zeit ungewöhnlich. Frauen waren noch weit entfernt von einem selbstbestimmten Lebenswandel, sie hatten weder das Recht zu wählen, noch uneingeschränkten Zugang zu Universitäten. Für viele bot das Ordensleben damals die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten und Talente in die Gesellschaften einzubringen und sich zu entwickeln.

Die ersten Missionarinnen, die von Hiltrup aus in die Südsee aufbrachen, waren Kinder ihrer Zeit. Sie waren überzeugt von ihrer Sendung: die Ungläubigen zu bekehren und den unzivilisierten Heiden das Licht der Welt zu bringen.

Diese Idee von Mission hat sich im Lauf der 120 Jahre seit der Gründung unseres Ordens radikal gewandelt. Heute verstehen wir Mission nicht mehr als Exportartikel, den wir unaufgefordert in bestimmte „unterentwickelte“ Gebiete senden, um dort den Ungläubigen unsere westliche Kultur zu bringen und sie zu unserem Glauben als dem einzig wahren zu bekehren.

Für uns bedeutet Mission heute den tiefsten Respekt und die Akzeptanz von Andersartigkeit. Wir möchten uns bereichern lassen und in bunter Vielfalt lernen eine geschwisterliche Welt zu gestalten. Diese Vision wird vom Glauben bestimmt, dass ein Leben im Geiste Jesu Zukunft hat und zugleich ein „Leben in Fülle“ (Joh 10,10) für alle verspricht.

Mission ist für uns heute nicht mehr eine Frage der Geographie, sondern sie ist Kontinente umspannend und findet überall dort statt, wo Menschen durch ihr Leben ein Glaubenszeugnis ablegen – offen, ehrlich, authentisch und lernbereit. Das kann in Namibia, Korea oder Australien sein, ebenso wie in Hiltrup, Duisburg und Oeventrop.

Um die Gedanken und Herzen der Menschen zu erreichen, müssen wir ihre Sprache sprechen, ihre soziale, kulturelle, religiöse und ökonomische Wirklichkeit kennen und verstehen. So wie es damals Mut erforderte, in fremde Länder aufzubrechen, so brauchen wir auch heute Mut, uns fremden Lebenswirklichkeiten anzunähern und uns auf sie einzulassen. Das kann die Frau sein, die Opfer von Menschenhandel wurde und nun als Prostituierte anschaffen muss. Das kann die muslimische Familie aus dem sozialen Brennpunkt sein. Das kann der gebrechliche und kranke Mensch in unseren Altenheimen und Hospitälern sein. Und das kann der Nachbar von nebenan sein.

Heute wie damals gilt: Wir möchten in unserem Denken, Fühlen und Handeln und in allen Begegnungen mit den Menschen einen Glauben bezeugen, der etwas davon aufscheinen lässt, was das Evangelium für uns ist: eine inspirierende, befreiende und verändernde Kraft.

Geschichte

Gründung

In Hiltrup, vor den Toren der Stadt Münster in Westfalen, gründete der Herz-Jesu-Missionar Pater Hubert Linckens die Gemeinschaft der Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu.

Er selber war im Alter von 14 Jahren bei den Missionaren vom Heiligsten Herzen Jesu eingetreten. Diese Gemeinschaft der "Missionaires du Sacre Coeur" war bereits 1854 in Issoudun bei Bourges in Frankreich entstanden. Ihr Ordensgründer, Julius Chevalier, suchte damals, inspiriert durch die Herz-Jesu-Verehrung, Menschen mit Herz, deren Ziel es war, überall auf der Welt durch das eigene Handeln Zeugnis davon abzulegen, dass Gott die Menschen liebt.
Hubert Linckens hatte zunächst keine Absichten einen eigenen Orden zu gründen. Jedoch führte ihn zur Ordensgründung in Hiltrup schließlich ein politischer Impuls: Seit 1881 waren die "Missionaires du Sacre Coeur" auf einigen Inseln in der Südsee tätig. Als diese Region deutsches Kolonialgebiet wurde, wünschten sich die Machthaber in Berlin deutsche Missionare und Missionsschwestern. Dies sah Pater Linckens als eine Möglichkeit, Zugang zu bekommen zu anderen Kulturen und sozialen Realitäten, um dort das Evangelium zu leben und bekannt zu machen.

Am 25. März 1900 begannen elf junge Frauen ihre Ausbildung in Hiltrup. Bereits zwei Jahre später wurden die ersten Schwestern in die Südsee ausgesandt.
 
In den folgenden Jahren wuchs unsere Gemeinschaft weit über Hiltrup hinaus und erfüllte ihren missionarischen Auftrag in vielen Ländern der Welt. Die ersten Jahre des Ordens waren geprägt von Wachstum, aber auch von schweren Krisen.

Im Jahr 1904 kam es in der Missionsstation St. Paul in Papua Neuguinea zu einem grauenhaften Gewaltakt. Eine Gruppe einheimischer Nachbarn, die sich gegen die Fremdherrschaft der Europäer und die Christianisierung wehrten, töteten insgesamt zehn Missionsangehörige der Europäer und eine unbekannte Zahl einheimischer Christen.

Unter den MSC-Schwestern in Deutschland riefen die Morde Bestürzung und Trauer hervor. Gleichzeitig trugen sie aber zur inneren Festigung der Ordensgemeinschaft bei. Die fünf getöteten Schwestern wurden als Märtyrerinnen bekannt. In Folge kam es in Hiltrup zu einer Welle von Bewerberinnen und Neueintritten. Schon ein halbes Jahr nach dem Mord begaben sich erneut drei Hiltruper Missionsschwestern nach St. Paul, um die Arbeit ihrer Mitschwestern fortzusetzen.

Der Erste Weltkrieg und seine Folgen stellten eine ernste Beeinträchtigung für das Wirken dar. Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts begann die Blütezeit der MSC-Schwestern: mittlerweile waren unsere Mitschwestern auf allen Kontinenten (außer in Asien) aktiv. Trotz schwerer Einschränkungen während des Zweiten Weltkrieges setzte die Gemeinschaft ihre Mission und ihr Wachstum fort. Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil begann eine zeitgemäße Erneuerung des Ordenslebens und prägte für fast zwei Jahrzehnte das Leben und Arbeiten. Viele neue Ansätze wurden in einem breiten Dialog der verschiedenen Ordensprovinzen zusammengefasst.

Die inzwischen internationale Gemeinschaft hat eine Generalleitung und länderbezogen sogenannte Provinzleitungen. Die Generalleitung war bis 1954 im Gründungsort Hiltrup ansässig und siedelte dann über nach Rom. Weltweit banden sich in den letzten 120 Jahren über 4000 Frauen durch die Ablegung der ersten Gelübde an die Gemeinschaft der MSC-Schwestern (Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu, MSC = Missionariae Sacratissimi Cordis).

 

Spiritualität

Tätige und dynamische Liebe in der Nachfolge Jesu

„Wir haben die Liebe erkannt und auf sie vertraut. Gott hält sie in uns fest. Gott ist Liebe und alle, die in der Liebe bleiben, bleiben in Gott und Gott bleibt in ihnen.“ (1.Joh 4,16)

Spiritualität ist die persönliche Beziehung des Menschen zu Gott. Pater Julius Chevalier lebte aus der Erkenntnis, dass ein nach Sinn und Glück suchender Mensch lernt, an Gottes Liebe zu glauben und von ihr sein Leben gestalten zu lassen.

Wir Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu haben in unserem Leben die Erfahrung dieser Liebe gemacht und wissen uns dazu berufen, durch unser Leben Menschen in verschiedenen Teilen der Welt diese Erfahrung zu ermöglichen. Wir sind nicht festgelegt auf bestimmte Berufe oder Tätigkeiten. Unser Auftrag hat viele Gesichter, die sich je nach Land, Zeit und gesellschaftlichem Kontext unterscheiden und verändern. Jede unserer Mitschwestern trägt hinter ihrem Namen die Abkürzung MSC. Das sind die Initialen unseres Ordensnamens in lateinischer Sprache, also „Missionariae Sacratissimi Cordis“ = Missionsschwestern vom Hlst. Herzen Jesu.

Gemeinsam ist uns ein tätiges und dynamisches Konzept von Liebe in der Nachfolge Jesu.
Als Orientierung und Kraftquellen auf dem spirituellen „Weg des Herzens“ gibt es persönliche und gemeinschaftliche Elemente im Leben einer Hiltruper Missionsschwester. Dazu gehören Psalmengebete der Kirche, Feier der Eucharistie, Studium und Betrachtung der Heiligen Schrift, Stilles Gebet, Meditation und regelmäßige Exerzitien.

Als Frauen unserer Zeit und Gesellschaft sind wir ständig auf dem Weg der Einübung in die Haltungen Jesu. Wir wollen wie er mit den Menschen unserer Zeit leben, ihnen neue Lebensmöglichkeiten schenken und Zeuginnen der Liebe Gottes in Worten und Gesten sein. Wir vertrauen auf Jesu Wort:
„Ich bin gekommen, damit sie Leben haben, Leben in Fülle.“ (Joh 10, 10)

 

Heute in Hiltrup

In Hiltrup, einem der bevölkerungsreichsten Stadtteile Münsters, hat die Leitung der deutschen Ordensprovinz ihren Sitz.

Die Mitglieder der aktuellen Provinzleitung sind:

Provinzoberin: Sr. Mechthild Schnieder
Ratsmitglieder: Sr. Annette Hemming, Sr. Brigitta Ahn, Sr. Margret Grauthoff, Sr. Martina Paul
Provinzökonomin: Sr. Josefia Schulte

Auf dem Gelände des Mutterhauses, an der heutigen Westfalenstraße, liegt seit der Nachkriegszeit das Herz-Jesu-Krankenhaus. Es bildet zusammen mit dem ursprünglichen Mutterhaus und dem neuen Altenhilfezentrum Haus Franziska einen großen Gebäudekomplex.

Gleich gegenüber liegt seit 2010 das MSC-Welthaus, ein Ort zur Förderung des gemeinschaftlichen Lernens an und in der Einen Welt. Als Zentrum der solidarischen Arbeit und des internationalen Dialogs bietet das MSC-Welthaus ein vielseitiges Jahres- und Wochenprogramm.

Heute ist das Mutterhaus in Hiltrup nicht nur der Lebensraum von Ordensschwestern, sondern ein Ort der Begegnung für Jung und Alt. Im neuen Seminarbereich stehen drei große Veranstaltungs- und Vortragsräume zur Verfügung, in denen bis zu 150 Konferenzgäste Platz finden.

Seit der Gründung ist das Mutterhaus vor allem auch ein Ort des Gebetes. Unsere Anbetungskapelle steht allen Beter*innen offen. Seit mehr als 80 Jahren halten die Schwestern im Wechsel Eucharistische Anbetung. Sie tragen stellvertretend die vielen Nöte der Menschen vor Gott und erbitten seinen Schutz und seine Hilfe. Für unsere Schwestern, die weltweit den missionarischen Auftrag erfüllen, verkörpert das Mutterhaus nicht nur den Ursprungsort unserer Gemeinschaft, sondern geistliche Heimat.